Riesig hohe, offene Säle, nur mit dem Vorhang verschließbar, bei deren Betreten man eine tiefe Verbeugung vor dem Richter machen muss; an den Decken jeweils 9 Ventilatoren, deren Wind in den Aktenstapeln blättert, überall Anwälte in wehenden Roben, Leute die Aktenstapel von einem halben Meter Höhe auf ihrem Kopf durch die Gegend tragen und der Richter nimmt sich die Zeit, die Urteile dem Gerichtshelfer direkt in die HAND zu diktieren. In der Mitte des Gesamtgebäudekomplexes trifft man auf einen großen, ebenfalls nach allen Seiten offener Saal, in denen die Mitglieder der law accociation auf ausladenden Bänken sitzen; auf der Terrasse dahinter wird Essen und Trinken ausgegeben, kostenlos, versteht sich. Das ganze Gebäude ist in rot gehalten und befindet sich in einer Art Park. (Total unwirklich.)
Ich hatte einen anstrengenden ersten Tag und zwar deshalb, weil ich immer noch so müde bin und mir beim Gericht folglich ständig die Augen zugefallen sind, echt peinlich. Die Leute sind erstmal nett, soweit man das nach einem Tag beurteilen kann.
Mittlerweile mache ich mich schon besser in Sachen Ortskenntnis, obwohl der Taxifahrer von vorhin mal wieder viel zu gut an mir verdient hat. Naja, alles geht nun auch nicht: Handeln und nach Hause finden. Immerhin habe ich letzteres heute gemeistert, man darf nämlich nicht denken, dass die Fahrer hier über Ortskenntnis verfügen, zumindest stellen sie sich blöd. Wenn man dann nicht genau weiß wo man hinwill, fahren sie frech den längeren Weg und das Taxometer läuft und läuft. Hinzu kommt, dass sie –traurig- meistens gar nicht richtig lesen können, somit bringt es auch nichts, die Adresse dabei zu haben.
Whatever, ich habe beschlossen, mir da jetzt nen Sport drauss zu machen und morgen todesmutig mit der Rikscha zu Kanzlei zu fahren und zwar für maximal 60 Rupien, mal sehen ob ich des schaffe. Tja, Internet geht zur Zeit nicht und das Handy hat auch kein Netz; warmes Wasser gab es heut auch nicht. Aber das Licht geht. Welcome to India…
Anmerkung: Habs geschafft!
Montag, 4. August 2008
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1 Kommentar:
Liebe Mie,
Fastzinierent was und wie du schreibst. Man hat foermlich allse vor Augen und den Laerm im Ohr.
Es klingt wild romantisch ist aber sicher brockenhartes Brot sich durchzubeissen und jeden Tag wieder aufs neue das Chaos zudurchqueren.
Trotzdem viel Spass und tiefe Einblicke in diese Kultur.
Jan
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